
Bei Eishockey-Wetten begegnen dir Begriffe wie Total, Handicap, 12 oder X2. Sie wirken auf den ersten Blick kompliziert, sind aber mit ein paar Beispielen verständlich. In diesem Artikel erkläre ich die vier Wettarten für Eishockeyspiele und zeige, wie sie sich unterscheiden.
Was bedeutet Total bei Eishockey-Wetten?
Total ist eine Wette auf die Gesamtzahl der Tore in einem Spiel oder einem Zeitabschnitt. Du setzt darauf, ob mehr oder weniger Tore fallen als eine vorgegebene Zahl. Im Deutschen spricht man von Über- und Unter-Wetten, abgekürzt TB für über und TM für unter.
Die einfachste Form ist das bruchzahlige Total, zum Beispiel 4,5 oder 5,5. Hier gibt es nur Gewinn oder Verlust, keine Rückzahlung. Bei einem Total von 4,5 gewinnst du, wenn mindestens fünf Tore fallen. Fallen vier oder weniger Tore, verlierst du. Ein Spiel, das 3:2 endet, hat fünf Tore. Damit gewinnt die Über-Wette auf 4,5, während die Unter-Wette verliert.
Ganze Totals wie 5,0 funktionieren etwas anders. Fällt genau die gesetzte Anzahl an Toren, bekommst du deinen Einsatz zurück. Ein Spiel mit 2:3 ergibt genau fünf Tore, also wird ein Total von 5,0 zurückerstattet. Bei sechs oder mehr Toren gewinnt die Über-Wette, bei vier oder weniger die Unter-Wette.
Asiatische Totals sind eine Mischform. Ein Total von 1,75 teilt deinen Einsatz in zwei Hälften auf: eine Hälfte auf 1,5, die andere auf 2,0. Fallen zwei Tore, gewinnst du die Hälfte auf 1,5 vollständig und bekommst die Hälfte auf 2,0 zurück. Fallen nur ein Tor, verlieren beide Hälften. Bei drei Toren gewinnen beide Hälften. So sind Teilgewinne, Teilverluste oder Rückzahlungen möglich.
Totals können sich auf die reguläre Spielzeit, einzelne Drittel oder andere festgelegte Zeiträume beziehen. Bei einer Wette auf die reguläre Spielzeit zählen Verlängerung und Penalty-Schießen nicht mit. Steht es nach drei Dritteln 2:2 und fällt in der Verlängerung noch ein Tor, gilt für ein Total auf die reguläre Spielzeit weiterhin die Zahl von vier Toren. Prüfe deshalb immer die Wettregeln des jeweiligen Anbieters.
Was bedeutet Handicap bei Eishockey-Wetten?
Ein Handicap, auf Russisch „фора“, gleicht die Kräfteverhältnisse zweier Teams aus. Der Favorit bekommt einen fiktiven Torerückstand, der Außenseiter einen Vorsprung. Die Wette lautet zum Beispiel „Sieg von Team A mit Handicap -1,5“. Team A muss dann mit mindestens zwei Toren Unterschied gewinnen, damit deine Wette gewinnt. Bei einem Sieg mit nur einem Tor Unterschied verlierst du.
Positive Handicaps funktionieren spiegelbildlich. Setzt du auf den Außenseiter mit Handicap +1,5, gewinnst du, wenn der Außenseiter das Spiel gewinnt oder mit höchstens einem Tor Unterschied verliert. Endet das Spiel 2:1 für den Favoriten, gewinnt deine Wette auf den Außenseiter mit +1,5, weil das angepasste Ergebnis zugunsten des Außenseiters ausfällt.
Ein Spezialfall ist das Handicap 0, oft als F2 (0) für das Auswärtsteam geschrieben. Hier gewinnst du nur, wenn das Auswärtsteam in der regulären Spielzeit siegt. Bei einem Unentschieden bekommst du den Einsatz zurück. Diese Wette entspricht einem reinen Sieg mit Rückzahlung bei einem Remis.
Handicaps können für klare Favoriten oder Außenseiter interessant sein. Ein negatives Handicap verlangt jedoch einen Sieg mit dem entsprechenden Torabstand. Bei einem Handicap von -1,5 reicht ein knapper Sieg also nicht aus. Entscheidend ist immer, wie das Handicap in den Wettregeln berechnet wird.
Was bedeutet 12 bei Eishockey-Wetten?
Die Bezeichnung 12 steht für die Doppelte Chance auf einen Sieg des Heim- oder Auswärtsteams. Du wettest darauf, dass eines der beiden Teams in der regulären Spielzeit gewinnt. Ein Unentschieden nach 60 Minuten führt zum vollständigen Verlust deiner Wette. Eine Rückerstattung gibt es nicht.
Die Doppelte Chance deckt zwei von drei möglichen Ergebnissen ab: Heimsieg, Unentschieden oder Auswärtssieg. Dadurch ist die Gewinnwahrscheinlichkeit höher als bei einer Wette auf nur einen einzelnen Sieger, während die Quote normalerweise niedriger ausfällt. Ein Spiel, das nach drei Dritteln 2:2 steht und in der Verlängerung 3:2 endet, zählt für 12 als Unentschieden und damit als Verlust.
Bei einer 12-Wette solltest du deshalb darauf achten, ob nur die reguläre Spielzeit zählt. Die Verlängerung und das Penalty-Schießen werden nicht berücksichtigt, sofern die Wettart nichts anderes festlegt. Die Form und Motivation der Teams können ebenfalls in die Einschätzung einfließen.
Was bedeutet X2 bei Eishockey-Wetten?
X2 ist ebenfalls eine Doppelte Chance, aber mit Unentschieden und Auswärtssieg. Du gewinnst, wenn das Auswärtsteam gewinnt oder das Spiel nach regulärer Spielzeit unentschieden endet. Ein Heimsieg in den ersten 60 Minuten führt zum Verlust. Die Quote ist niedriger als bei einem reinen Auswärtssieg, weil zwei Ergebnisse abgedeckt sind.
X2 kann eine Möglichkeit sein, wenn das Auswärtsteam in Rückstand gerät und ein Unentschieden nach regulärer Spielzeit noch möglich ist. Ein Beispiel: Nach dem zweiten Drittel führt das Auswärtsteam mit 2:1. Setzt du auf X2, gewinnst du bei einem Auswärtssieg oder bei einem Unentschieden nach 60 Minuten. Nur ein Heimsieg in der regulären Spielzeit macht die Wette verloren.
X2 unterscheidet sich vom Handicap F2 (0). Bei F2 (0) gewinnst du nur bei einem Auswärtssieg; bei einem Unentschieden gibt es den Einsatz zurück. Bei X2 gewinnst du bei einem Unentschieden vollständig, verlierst aber bei einem Heimsieg komplett. Beide Wettarten werden deshalb häufig verwechselt. Prüfe vor der Abgabe genau, welches Kürzel du auswählst.
X2 wird oft betrachtet, wenn ein Auswärtssieg oder ein Unentschieden wahrscheinlich erscheint. Die aktuelle Form und Motivation der Teams können bei dieser Einschätzung helfen. Auch hier gilt: Entscheidend ist, ob die Wette nur für die reguläre Spielzeit oder für einen anderen Zeitraum angeboten wird.
Gemeinsamkeiten und Unterschiede der vier Wettarten
Total fragt nach der Anzahl der Tore. Handicap verändert das Ergebnis rechnerisch um einen festgelegten Torvorsprung oder -rückstand. 12 und X2 sind Doppelte Chancen, die jeweils zwei von drei möglichen Ergebnissen abdecken.
Bei Wetten auf die reguläre Spielzeit von 60 Minuten zählen Verlängerung und Penalty-Schießen nicht. Bei einem Total oder einer Doppelten Chance kann sich die Wette jedoch auch auf ein einzelnes Drittel oder einen anderen Zeitraum beziehen. Die genaue Bezeichnung und die Wettregeln sind daher immer zu prüfen.
Ein Total kann eine gebrochene, ganze oder asiatische Linie haben. Beim Handicap ist wichtig, ob die Zahl positiv, negativ oder gleich null ist. Bei 12 führt ein Unentschieden zum Verlust, bei X2 gehört das Unentschieden dagegen zu den beiden abgedeckten Ergebnissen. Bei F2 (0) wird der Einsatz bei einem Remis zurückgezahlt.
Für die Einschätzung können die Spielstatistiken, die aktuelle Form und die Motivation der Teams berücksichtigt werden. Mannschaften mit vielen erzielten Toren können für hohe Totals interessant sein. Bei einem Handicap zählt dagegen vor allem, ob ein Favorit regelmäßig mit dem erforderlichen Torabstand gewinnt. Bei 12 ist ein Unentschieden ungünstig, während es bei X2 zum Gewinn führt.
Ein häufiger Fehler ist die Kombination mehrerer Wettarten in einer Kombiwette. Jede zusätzliche Auswahl erhöht das Risiko. Wer zum Beispiel Total über 5,5 und 12 kombiniert, muss sowohl viele Tore als auch einen Sieg in der regulären Spielzeit treffen. Bei einem 3:3 nach 60 Minuten gewinnt das Total, aber 12 verliert. Prüfe deshalb jede Wettart einzeln und achte auf den jeweils geltenden Zeitraum.




